
Emotionen sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens. Ein gesunder Umgang mit ihnen ist entscheidend für unser Wohlbefinden. In diesem Artikel erfährst Du, wie Du Deine Emotionen besser verstehen und regulieren kannst, um mehr inneres Gleichgewicht zu finden.
Meine persönliche Geschichte
Das Dauerlächeln: Gefühle hinter einem Pokerface
Während meines Aufenthalts in der Psychosomatischen Klinik hatte ich eine denkwürdige Therapiestunde. Die Therapeutin sagte zu mir: „Andrea, mir fällt auf, dass Du immer denselben Gesichtsausdruck hast – ein Lächeln. Es wirkt fast, als würdest Du uns auslachen. Was ist so lustig?“
Ich fand damals überhaupt nichts lustig und war überrascht. Sie erklärte mir, dass ich mich hinter einem Pokerface versteckte und keine Gefühle zeigte. Der Glaubenssatz „Ich muss lieb und brav sein“ war tief in mir verankert. Aus Angst vor Zurückweisung lächelte ich immer, egal wie ich mich innerlich fühlte. Selbst in Streitsituationen oder wenn ich weinte, blieb mein Gesichtsausdruck unverändert. Dieses Dauerlächeln war mein Schutzmechanismus gegen die Angst vor Bewertung und Konfrontation.

Emotionen durch Mimik und Gestik ausdrücken
In dieser Therapiestunde lernte ich, verschiedene Gefühle durch Mimik und Gestik zu zeigen. Die Therapeutin nutzte Karten mit Bildern von Personen, die unterschiedliche Emotionen ausdrückten. Ich sollte die Gefühle erkennen und anschließend selbst demonstrieren, ähnlich einer Schauspielerin. Es ging um positive und negative Gefühle wie Scham, Abneigung, Sehnsucht, Ärger, Wut und Freude. Die Übung fand vor einem großen Spiegel statt, und obwohl ich die Gefühle nur spielte, schwitzte ich stark – ein für mich ungewöhnliches Erlebnis. Das zeigte mir, wie intensiv unterdrückte Emotionen wirken können.
Viele Menschen haben Angst vor negativen Gefühlen und verdrängen sie. Gesellschaftlich wird das Zeigen von Emotionen oft nicht akzeptiert, besonders im Berufsleben. Diese unterdrückten Gefühle können uns jedoch krank machen. Ich erkannte, wie wichtig es ist, Gefühle über den Körper auszudrücken und abzubauen, statt sie einzusperren.
Besonders schwer ist es, Gefühle, die aus Angst verdrängt werden, plötzlich offen zu zeigen. Meine Angst vor Wut führte dazu, dass ich sie vollständig unterdrückte, was zu selbstverletzenden Gedanken und Handlungen führte. Langfristige Verdrängung verstärkt Gefühle und lässt sie zur Bedrohung werden, was oft bei emotional instabilen und hochsensiblen Menschen der Fall ist. Wenn Gefühle schließlich mit großer Intensität hervorbrechen, kann das überwältigend und schwer zu handhaben sein.

Bewusster Umgang mit Emotionen
Dieser Artikel soll Dich nicht ermutigen, in der Öffentlichkeit einen cholerischen Anfall zu bekommen, um Deine Gefühle abzubauen. Vielmehr soll er Dich dazu auffordern, all Deine Gefühle anzunehmen und einen bewussten Umgang mit ihnen zu lernen. Der erste Schritt besteht darin, Dir bewusst zu werden, wie Du Dich fühlst und warum. Gefühle kommen nicht ohne Grund zu Dir – sie möchten Dir etwas mitteilen. Auch wenn Deine Gefühle stark oder unberechenbar sind: Du bist nicht Deine Gefühle. Du hast Gefühle und musst Dich nicht von ihnen beherrschen lassen.
Fragen zur Selbstreflexion:
- Welche Gefühle begleiten Dich über den Tag?
- Gibt es bestimmte Gefühle, die Du besonders oft spürst?
- In einer Trauerphase (Trennung, Verlust, Todesfall): Wie lange trauerst Du schon? Hast Du die Trauer bisher verdrängt oder Dir erlaubt, richtig zu trauern?
- Lehnst Du bestimmte Gefühle ab?
- Hast Du Angst vor bestimmten Gefühlen?
- Was genau hat das Gefühl in Dir ausgelöst?
- Welche Gefühle würdest Du am liebsten fühlen, wenn Du es Dir aussuchen könntest?
Die Bedeutung von Emotionen
Emotionen erkennen und verstehen
Emotionen sind Signale unseres Körpers und Geistes, die uns wichtige Informationen über unsere Bedürfnisse und unser Umfeld geben. Indem wir lernen, unsere Emotionen zu erkennen und zu verstehen, können wir besser auf unsere inneren Zustände reagieren.
Der Einfluss von Emotionen auf unser Leben
Unsere Emotionen beeinflussen unser Denken, Handeln und unsere körperliche Gesundheit. Ein bewusster Umgang mit ihnen kann uns helfen, stressige Situationen besser zu bewältigen und unsere Lebensqualität zu verbessern.
Negative und positive Emotionen annehmen
Oft neigen wir dazu, negative Emotionen zu unterdrücken oder zu vermeiden. Doch sowohl positive als auch negative Emotionen sind Teil unseres Menschseins. Negative Gefühle wie Angst, Wut oder Traurigkeit haben ebenfalls ihre Berechtigung und können uns wichtige Hinweise auf ungelöste Themen geben.

Strategien für den gesunden Umgang mit Emotionen
Achtsamkeit und Selbstreflexion
Achtsamkeit hilft uns, im Moment präsent zu sein und unsere Emotionen ohne Bewertung zu beobachten. Selbstreflexion ermöglicht es uns, Muster zu erkennen und die Ursachen unserer Gefühle zu verstehen.
Praktische Übungen
- Tiefes Atmen: Hilft, den Geist zu beruhigen und den Körper zu entspannen.
- Journaling: Schreibe Deine Gefühle auf, um Klarheit und Einsicht zu gewinnen. Wenn Du eine strukturierte Unterstützung suchst, findest Du bei Lebenskompass verschiedene Ausfüll-Tagebücher mit Reflexionsfragen, die Dir helfen können, Deine Emotionen bewusster zu erkunden.
- Meditation: Fördert inneren Frieden und Selbstbewusstsein.
- Körperliche Bewegung: Sport und Bewegung helfen, emotionale Spannungen abzubauen.
- Kreativer Ausdruck: Malen, Musik oder andere kreative Tätigkeiten können eine gesunde Art sein, Emotionen auszudrücken.
Unterstützung suchen
Es ist wichtig, bei Bedarf Unterstützung zu suchen. Gespräche mit Freunden, Familie oder einem Therapeuten können hilfreich sein, um emotionale Herausforderungen zu bewältigen.

Auf dem Weg zu emotionaler Gesundheit
Ein gesunder Umgang mit Emotionen erfordert Übung und Geduld. Durch Achtsamkeit, Selbstreflexion und gezielte Übungen kannst Du Deine emotionale Gesundheit stärken und mehr innere Balance finden. Denke daran, dass es in Ordnung ist, Hilfe zu suchen, wenn Du sie brauchst. Emotionen sind ein natürlicher Teil unseres Lebens, und ein bewusster Umgang mit ihnen kann unser Wohlbefinden erheblich steigern.
Langfristig haben mir Meditation und Yoga geholfen, insgesamt gelassener und zentrierter zu sein.
💬 Wie gehst Du mit Deinen Emotionen um? Vielleicht hast Du eigene Wege gefunden, um schwierige Gefühle besser zu bewältigen. Teile Deine Erfahrungen oder Fragen gern unten in den Kommentaren – Dein Impuls könnte für jemand anderen genau das Richtige sein.
In Liebe und Verbundenheit,
Deine Andrea ❤️
Trag Dich hier ein und erhalte wertvolle Impulse & Neuigkeiten
Das könnte Dich auch interessieren
Artikel: Wie ich meine Selbstzweifel überwunden habe
Artikel: Borderline-Störung selbst heilen
Geschichte: Die Geschichte von den 2 Wölfen: Eine Lektion über das innere Gleichgewicht



Kommentar schreiben